Gründen Sie Ihre Bahrain-Gesellschaft von der Türkei aus mit 0 % Körperschaftsteuer. Schnelle Registrierung und umfassende Unterstützung für türkische Unternehmer. Erschließen Sie noch heute steuerfreies Geschäftswachstum.
Unternehmensgründung in Bahrain aus der Türkei: Null Steuern, 100 % Eigentum, GCC-Zugang 2026
Eigentums- und Kapitalstruktur
Eine Bahrain WLL kann von einer Einzelperson gehalten werden – 100 % ausländische Eigentümerschaft ist bei den meisten Tätigkeiten möglich, ohne dass ein lokaler Partner für Dienstleistungen, Produktion, Exporthandel und Holdinggesellschaften erforderlich ist. Das Mindeststammkapital beträgt BHD 1; wir empfehlen BHD 1.000, da dies die Eröffnung eines Bankkontos und die Erteilung eines Investor Visa deutlich erleichtert.
Emre hatte neun Jahre investiert, um sein in Istanbul ansässiges Fintech-Unternehmen zu einer echten Erfolgsgeschichte aufzubauen. Bis Ende 2024 verarbeitete seine Zahlungsplattform ein jährliches Transaktionsvolumen von 850 Millionen ₺ und betreute Händler in der gesamten Türkei, auf dem Balkan und zunehmend in der Golfregion. Sein Team war auf 47 Mitarbeiter gewachsen.
Internationale Kunden schlossen Verträge schneller ab, als sein Betriebsteam sie onboarden konnte.
Auf dem Papier sah alles vielversprechend aus. In Wirklichkeit ertrank Emre.
Als der türkische Körperschaftsteuersatz 2023 von 20 % auf 25 % stieg, traf es ihn härter als erwartet – eine zusätzliche jährliche Steuerschuld von 3,8 Mio. ₺, die nicht eingeplant war. Doch das war erst der Anfang. Die verpflichtende Einführung des e-Fatura-Systems 2024 zwang ihn, seine gesamte Rechnungsstellungsinfrastruktur umzubauen, was weitere 420.000 ₺ für Softwareintegration und Compliance-Beratung kostete.
Seine CFO verbringt nun rund 30 % ihrer Zeit mit der Erfüllung der GİB-Berichtspflichten statt mit der eigentlichen Finanzstrategie.
Die Währungssituation verschärfte alles noch weiter. Emres internationale Kunden zahlten in Euro und Dollar, doch die BDDK-Vorschriften erlaubten ihm nicht, Fremdwährungen frei zu halten. Jedes Mal, wenn er USD in TRY umtauschte, um Löhne und Steuern zu bezahlen, fraß die unaufhaltsame Abwertung der Lira – im Jahr 2024 weitere 34 % gegenüber dem Dollar – seine Margen auf.
Er rechnete aus, dass allein die Verluste durch das Timing der Währungsumtauschvorgänge ihn in diesem Jahr fast ₺2,1 Millionen kosteten.
„Ich habe doppelt so hart gearbeitet und am Ende weniger verdient als drei Jahre zuvor“, erklärte Emre, als wir uns das erste Mal unterhielten. „Das Geschäft wuchs, aber meine tatsächlichen Erträge schrumpften. Es musste sich etwas ändern.“
Vierzehn Monate später fakturiert Emres in Bahrain ansässige Holdinggesellschaft nun alle internationalen Kunden direkt. Sein geistiges Eigentum befindet sich in Manama. Die Golfgesellschaft steuert die regionale Expansion in Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Katar.
Sein Istanbuler Betrieb bleibt voll aktiv – beschäftigt sein türkisches Team, bedient inländische Kunden und erfüllt sämtliche lokalen Vorschriften vollständig –, doch das profitable internationale Geschäft läuft aus einer Jurisdiktion, die Wachstum belohnt, statt es zu bestrafen.
Seine effektive Konzernsteuerlast sank von 31 % auf ca. 6 %. Wichtiger noch: Er schläft ruhiger, weil seine Dollar-Einnahmen in Dollar bleiben, bis er sie tatsächlich anderweitig benötigt.
Dieser Leitfaden bietet einen vollständigen Fahrplan für türkische Unternehmer, die eine strategische Umstrukturierung in Betracht ziehen. Sie erfahren genau, wie sich das regulatorische Rahmenwerk Bahrains von dem der Türkei unterscheidet, welche konkreten Gründungsschritte und Zeitabläufe erforderlich sind, realistische Kostenaufstellungen sowie die entscheidenden Compliance-Aspekte, die darüber bestimmen, ob diese Strategie tatsächlichen Mehrwert schafft oder nur regulatorische Probleme verursacht.
Warum türkische Unternehmer ihr Geschäft nach Bahrain verlegen
Die Abwanderung türkischer Unternehmer in die Golfstaaten ist nicht die Folge einer einzelnen politischen Entscheidung. Sie hat sich über Jahre hinweg durch sich stetig verstärkende Belastungen aufgebaut, bis für Tausende Unternehmer der Punkt erreicht war, an dem sie unter den gegebenen Bedingungen keine profitablen Geschäfte mehr führen konnten.
Die Corporate Tax Acceleration
Der Körperschaftsteuersatz in der Türkei lag jahrelang bei überschaubaren 20 % – wettbewerbsfähig genug, dass die meisten Unternehmer ihn als angemessene Kosten des Betriebs in einem großen, dynamischen Markt akzeptierten. Die Erhöhung auf 25 % im Jahr 2023 hat die Kalkulation grundlegend verändert.
Bei einem Unternehmen mit einem steuerpflichtigen Gewinn von ₺10 Mio. bedeutet die Erhöhung um fünf Prozentpunkte zusätzliche jährliche Steuern von ₺500.000. Bei größeren Unternehmen wird es richtig schmerzhaft. Ein Betrieb mit ₺50 Mio.
Gewinn zahlt heute ₺2,5 Mio. mehr als noch vor zwei Jahren – Geld, das früher in Expansion, Neueinstellungen oder Forschung und Entwicklung floss.
Doch die nominale Steuerrate erzählt nur einen Teil der Geschichte. Türkische Unternehmen sehen sich gestaffelten Verpflichtungen gegenüber, die den effektiven Steuersatz deutlich nach oben treiben:
Sozialversicherungsbeiträge (SGK) für Mitarbeiter
Stempelsteuer auf Verträge und amtliche Dokumente
BSMV (Bank- und Versicherungstransaktionssteuer) auf Finanzgeschäfte
Verschiedene kommunale Steuern je nach Geschäftsstandort
Quellensteuerpflicht bei Dividendenausschüttungen
Als Deloitte Türkei 2024 die effektive Steuerbelastung mittelständischer Unternehmen analysierte, stellte sich heraus, dass die gesamten steuerlichen Verpflichtungen nach Einbeziehung aller Abgaben regelmäßig 30–35 % des Bruttogewinns überstiegen. Für Unternehmen mit dünnen Margen – in wettbewerbsintensiven Branchen wie Fertigung, Logistik und digitalen Dienstleistungen keine Seltenheit – werden diese Belastungen zur existenziellen Bedrohung.
Der unaufhaltsame Verfall der Lira
Seit 2018 hat die türkische Lira gegenüber dem US-Dollar über 80 % ihres Wertes verloren. Im Januar 2018 kaufte ein Dollar etwa 3,75 TRY. Bis Dezember 2024 erhielt derselbe Dollar über 34 TRY.
Die Abwertung erfolgte nicht schleichend oder vorhersehbar – sie kam in heftigen Schüben, die eine Finanzplanung nahezu unmöglich machen.
Für türkische Unternehmer mit internationalen Geschäftsaktivitäten ergibt sich daraus eine brutale Dynamik. Ayşe, die ein erfolgreiches B2B-Softwareunternehmen mit europäischen Kunden betreibt, beschreibt es so: „Meine deutschen Kunden zahlen mir 15.000 € monatlich für unsere Plattform. Vor drei Jahren entsprach das etwa 180.000 ₺.
Jetzt sind es nominal über 570.000 ₺, aber meine Betriebskosten – Gehälter, Miete, Nebenkosten – haben sich im gleichen Zeitraum verdreifacht. Die Lira-Summe wirkt größer, doch meine reale Kaufkraft hat sich überhaupt nicht verbessert. Gleichzeitig steigt meine Steuerlast kontinuierlich, weil die GİB alles in aufgeblähten Lira-Beträgen berechnet.“
Die BDDK-Regularien verschärfen dieses Problem. Die türkischen Behörden haben zunehmend strengere Kontrollen für Devisentransaktionen eingeführt, die die Fähigkeit von Unternehmen einschränken, Dollar- oder Euro-Guthaben zu halten. Unternehmen müssen Deviseneinnahmen innerhalb festgelegter Fristen konvertieren – oft zu ungünstigen Kursen – und sehen sich Beschränkungen beim Kauf von Devisen für Importe oder internationale Zahlungen gegenüber.
Diese Kontrollen gibt es aus makroökonomischen Gründen – die Türkei muss die Lira verteidigen und Kapitalflucht verhindern –, sie schaffen jedoch echte operative Albträume für seriöse Unternehmen, die internationale Lieferketten und Kundenbeziehungen managen wollen.
Die E-Fatura-Compliance-Belastung
Die türkische Finanzverwaltung (GİB) schreibt die elektronische Rechnungsstellung über das e-Fatura-System vor. Die jüngste Ausweitung im Jahr 2024 hat Tausende weitere Unternehmen in die verpflichtende Einhaltung einbezogen. Das System erfordert die Echtzeit-Übermittlung von Rechnungsdaten an staatliche Server, spezifische Formatvorgaben, die Integration digitaler Signaturen sowie Aufbewahrungsvorschriften.
Für Großkonzerne mit eigener IT-Abteilung ist die e-Fatura-Integration lediglich eine lästige Pflicht. Für kleine und mittlere Unternehmen – das Rückgrat der türkischen Wirtschaft – stellt sie dagegen eine erhebliche operative und finanzielle Belastung dar.
Ein typisches KMU, das die E-Fatura-Konformität umsetzen muss, sieht sich folgenden Herausforderungen gegenüber:
Software-Lizenzgebühren von ₺15.000–50.000 pro Jahr
Beratungskosten für die Systemintegration von ₺30.000–100.000 je nach Komplexität des Systems
Laufende Wartungs- und Update-Anforderungen
Mitarbeiterschulung und Prozessoptimierung
Mögliche Sanktionen bei Formfehlern oder verspäteter Einreichung
Der administrative Aufwand geht über die direkten Kosten hinaus. Unternehmer berichten, dass sie heute erheblich mehr Zeit für steuerliche Compliance-Aktivitäten aufwenden als noch vor fünf Jahren – Zeit, die früher in die Kundenentwicklung, die Produktverbesserung oder die strategische Planung floss.
MASAK-Meldungen und Bankenprobleme
Die türkische Finanzverbrechensermittlungsbehörde (MASAK) hat die Anforderungen zur Geldwäschebekämpfung für Unternehmen – insbesondere solche mit internationalen Transaktionen – schrittweise verschärft. Auch wenn diese Vorschriften legitimen Zwecken dienen, schaffen ihre Umsetzung in der Praxis Reibungen für den normalen Geschäftsverkehr.
Türkische Unternehmer berichten regelmäßig:
Bankkonten werden bis zur Prüfung der Unterlagen eingefroren
Internationale Überweisungen aufgrund von Compliance-Prüfungen verzögert
Nachweispflichten zum geschäftlichen Zweck routinemäßiger Geschäftsvorgänge
Verschärfte Prüfung von Beziehungen zu ausländischen Partnern oder Kunden
Ein Logistikunternehmer aus Mersin schilderte, wie er 23 Tage auf die Gutschrift einer Routinezahlung seines niederländischen Kunden warten musste – die Bank verlangte umfangreiche Unterlagen zum Nachweis des kommerziellen Charakters der Transaktion, bevor sie die Mittel freigab. „Ich hatte einen Container in Rotterdam stehen, weil ich die Reederei nicht bezahlen konnte“, sagte er. „Mein Ruf bei diesem Kunden ist nachhaltig ruiniert.“
Warum gerade Bahrain?
Türkische Unternehmer, die eine internationale Umstrukturierung in Betracht ziehen, haben zahlreiche Möglichkeiten: Freizonen in den VAE, Unternehmensgründungen in Georgien, estnische E-Residency, portugiesische NHR-Regime und verschiedene karibische Rechtsordnungen konkurrieren um dieses Mandat.
Bahrain ist aus mehreren miteinander verbundenen Gründen besonders attraktiv für türkische Unternehmer:
Geografische und kulturelle Nähe: Bahrain liegt rund 3.200 Kilometer von Istanbul entfernt – näher als London und in derselben groben Zeitzone. Direktflüge verbinden türkische Städte mit dem Bahrain International Airport. Die Geschäftskultur der Golfstaaten weist einige Gemeinsamkeiten mit türkischen Handelsbräuchen auf, darunter beziehungsbasierte Abschlüsse und Gastfreundschaftsregeln, die vertraut wirken.
Echte Nullsteuer – keine zeitlich befristeten Anreize: Anders als viele konkurrierende Rechtsordnungen, die „Steuerferien“ oder reduzierte Steuersätze nur für begrenzte Zeiträume gewähren, erhebt Bahrain weder Körperschaftsteuer noch Einkommensteuer – und das als dauerhafte Politik. Es gibt keine Auslaufklausel, keine Verlängerungsfristen und kein Risiko, dass der Steuervorteil nach fünf Jahren entfällt. Das Königreich finanziert sich vor allem über die Ölförderung und kann dieses Nullsteuer-Umfeld daher dauerhaft aufrechterhalten.
100 % ausländisches Eigentum außerhalb von Freizonen: Die meisten Golfstaaten beschränken die ausländische Beteiligung an Festlandgesellschaften und verlangen lokale Partner oder Sponsoren. Bahrain erlaubt hingegen die 100-prozentige ausländische Eigentümerschaft bei den meisten Geschäftstätigkeiten über eine reguläre Handelsregistereintragung (CR) – und nicht nur in ausgewiesenen Freizonen. Damit bietet es eine operative Flexibilität, die Wettbewerber nicht erreichen können.
Zugang zum GCC-Markt: Als Mitglied des Golfkooperationsrats gewährt Bahrain Zugang zu einem gemeinsamen Markt mit über 55 Millionen Verbrauchern und einem jährlichen BIP von rund 2 Billionen US-Dollar. Entscheidend ist jedoch die Möglichkeit, von einem Standort aus, der nur 25 Kilometer über die King-Fahd-Brücke entfernt liegt, mit Saudi-Arabien – der dominierenden Volkswirtschaft der Region – geschäftlich tätig zu werden.
Regulatorische Glaubwürdigkeit: Die Finanzaufsicht Bahrains durch die Central Bank of Bahrain (CBB) entspricht internationalen Standards. Das Economic Development Board (EDB) unterstützt aktiv ausländische Investitionen. Dies ist keine karibische Briefkastenfirma – es handelt sich um ein seriöses Finanzzentrum mit echter regulatorischer Infrastruktur.
Steuervergleich: Türkei vs. Bahrain für türkische Unternehmer
Die genauen steuerlichen Unterschiede zwischen der Türkei und Bahrain lassen sich nur durch eine Betrachtung mehrerer Steuerarten ermitteln – nicht allein anhand der nominalen Körperschaftsteuersätze.
Körperschaftsteuer
Steuer-Element
Türkei
Bahrain
|------------|--------|---------|
Standard-Körperschaftsteuersatz
25 %
0 %
Mindestkörperschaftsteuer
Abhängig von Umsatzschwellen
Keine
Steuer auf thesaurierte Gewinne
Bei Ausschüttung künftiger Besteuerung unterworfen
Keine
Verlustvortrag
5 Jahre mit Einschränkungen
Nicht anwendbar (keine Steuer)
Der türkische Steuersatz von 25 % gilt für steuerpflichtige Gewinne nach zulässigen Abzügen. Die Berechnung der Bemessungsgrundlage folgt jedoch komplexen Regeln, die die Abzugsfähigkeit bestimmter Ausgaben einschränken können und damit die tatsächliche Steuerbelastung effektiv erhöhen.
Bahrain erhebt keine Körperschaftsteuer auf Handelsgesellschaften – unabhängig von Gewinnhöhe, Eigentümerstruktur oder Geschäftstätigkeit. Die einzige Ausnahme bilden Unternehmen der Öl- und Gasförderung, die eine spezielle Kohlenwasserstoffsteuer entrichten. Für praktisch alle türkischen Unternehmer, die Dienstleistungs-, Handels- oder Holdinggesellschaften gründen, ist dies irrelevant.
Einkommensteuer
Steuerliche Aspekte
Türkei
Bahrain
|------------|--------|---------|
Spitzensteuersatz
40 % (auf Einkommen über ₺1.900.000)
0 %
Veräußerungsgewinne
Wie reguläres Einkommen besteuert
0%
Dividendenerträge
10 % Quellensteuer + ggf. zusätzliche Steuer
0 %
Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit
Progressiver Tarif von 15 % bis 40 %
0 %
Türkische Unternehmer, die Gewinne aus ihren Gesellschaften über Gehalt oder Dividenden entnehmen, sehen sich zusätzlich zur Körperschaftsteuer erheblichen persönlichen Steuerbelastungen ausgesetzt. In der Summe können sich effektive Steuersätze für Gutverdiener auf über 50 % addieren.
Bahrain erhebt keinerlei Einkommensteuer auf persönlicher Ebene. Gehaltszahlungen, Dividendenausschüttungen und Veräußerungsgewinne aus dem Verkauf von Unternehmensanteilen bleiben auf individueller Ebene vollständig steuerfrei.
Gering (einheitlicher Steuersatz, deutlich einfachere Abwicklung)
Bahrain hat 2019 eine Mehrwertsteuer (MwSt.) von 5 % eingeführt, die 2022 auf 10 % angehoben wurde. Dieser Satz ist zwar nicht null, liegt aber immer noch bei der Hälfte des türkischen Regelsatzes und geht mit deutlich einfacheren Compliance-Anforderungen einher. Für B2B-Dienstleistungsunternehmen – bei türkischen Unternehmern, die im Golfraum tätig werden, sehr verbreitet – läuft die MwSt. durch den Vorsteuerabzug ohnehin meist auf null hinaus.
Türkische Unternehmen, die Dividenden, Lizenzgebühren oder Dienstleistungsentgelte an ausländische Empfänger zahlen, unterliegen Quellensteuerpflichten, die den Nettobetrag mindern. Selbst unter Inanspruchnahme von Doppelbesteuerungsabkommen führen diese Einbehalte zu Liquiditätsverschiebungen und erheblichem Verwaltungsaufwand.
Bahrain erhebt keine Quellensteuern auf ausgehende Zahlungen. Dividenden fließen ohne Abzug an die Gesellschafter. Lizenz- und Dienstleistungsgebühren verlassen das Land ungekürzt. Das vereinfacht internationale Konzernstrukturen und maximiert die Kapitaleffizienz.
Beispielhafter Jahresvergleich
Betrachten Sie ein türkisches Softwareunternehmen, das mit internationalen Kunden einen Jahresgewinn von 500.000 USD erzielt:
Szenario A: Vollständiger Betrieb über eine türkische Gesellschaft
Szenario B: Betrieb über eine bahrainische Gesellschaft mit minimaler Präsenz in der Türkei
Unternehmenssteuer in Bahrain: 0 BHD
Bahrain-Lizenzen und Compliance: 8.000 USD
Türkische Steuer bei reduzierten Inlandstätigkeiten: 12.000 $
Professionelle Gebühren für die Strukturerhaltung: 10.000 USD
Gesamtbelastung: 30.000 BHD (effektiver Steuersatz 6 %)
Die Einsparungen in Szenario B – rund 173.000 USD pro Jahr – ermöglichen eine substanzielle Geschäftserweiterung, den Ausbau des Teams oder Ausschüttungen an die Gründer. Über fünf Jahre summiert sich der Unterschied auf mehr als 865.000 USD.
Diese Berechnungen setzen eine echte operative Substanz in Bahrain und eine ordnungsgemäße Strukturierung voraus, die den türkischen CFC-Regeln (Außensteuergesetz) entspricht. Die Strategie funktioniert nicht mit reinen Briefkastenkonstruktionen – Sie brauchen echte operative Abläufe, tatsächliche Entscheidungsfindung vor Ort und einen authentischen Geschäftszweck für die Gesellschaft in der Golfregion.
Rechtsformen in Bahrain für türkische Investoren
Bahrain bietet türkischen Unternehmern mehrere geeignete Gesellschaftsformen, die sich hinsichtlich Haftungsschutz, Kapitalanforderungen, operativer Flexibilität und regulatorischer Pflichten deutlich unterscheiden.
Gesellschaft mit beschränkter Haftung (WLL)
Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (WLL) ist in Bahrain die am weitesten verbreitete Rechtsform für kleine und mittelständische ausländisch geführte Unternehmen. Wesentliche Merkmale sind:
Mindestanzahl Gesellschafter: 2 (natürliche oder juristische Personen möglich)
Maximale Anzahl von Gesellschaftern: 50
Mindestkapital: BHD 1 (wir empfehlen BHD 1.000) für vollständig ausländisch gehaltene Unternehmen
Haftungsschutz: Die Haftung der Gesellschafter beschränkt sich auf ihre Kapitaleinlagen
Geschäftsführung: Wird von bestellten Geschäftsführern übernommen, die nicht zwingend Gesellschafter sein müssen
Prüfungspflichten: Jahresabschlussprüfung vorgeschrieben für Unternehmen, die bestimmte Umsatzschwellen überschreiten
Die WLL-Struktur eignet sich für türkische Unternehmer, die Handelsgesellschaften, Dienstleistungsunternehmen oder regionale Holdinggesellschaften gründen wollen. Das Stammkapital von BHD 1 (wir empfehlen BHD 1.000) – zwar nicht unerheblich – verleiht echte unternehmerische Glaubwürdigkeit und wird nicht nur treuhänderisch verwahrt; es kann nach der Gründung für den operativen Geschäftsbetrieb eingesetzt werden.
Ein-Gesellschafter-WLL
Bahrain erlaubt ausländischen Investoren die Gründung von Einpersonengesellschaften und macht damit Treuhandkonstruktionen oder künstliche Zweitgesellschafter überflüssig:
Gesellschafter: Genau 1 (natürliche oder juristische Person)
Mindestkapital: BHD 1 (wir empfehlen BHD 1.000) für ausländisch gehaltene WLLs
Haftungsschutz: Vollständige beschränkte Haftung für den alleinigen Gesellschafter
Geschäftsführung: Der Gesellschafter kann selbst als Geschäftsführer tätig sein oder Dritte bestellen
Flexibilität: Einfachere Entscheidungsprozesse ohne Zustimmung mehrerer Parteien
Die WLL spricht türkische Unternehmer an, die die volle Kontrolle ohne Beteiligung von Partnern, Familienmitgliedern oder Corporate-Service-Providern als nominelle Gesellschafter bevorzugen.
Bahrain Shareholding Company (BSC)
Größere Unternehmen oder solche, die einen späteren Börsengang planen, sollten die BSC-Struktur in Betracht ziehen:
Mindestanzahl Gesellschafter: 2 für eine geschlossene BSC
Mindestkapital: BHD 250.000 (~665.000 USD) für geschlossene Gesellschaften; BHD 1.000.000 für Aktiengesellschaften
Übertragbarkeit der Anteile: Anteile können vorbehaltlich der Regelungen in der Satzung übertragen werden
Corporate Governance: Ein Aufsichtsrat ist vorgeschrieben; deutlich formalere Governance-Strukturen
Prüfungspflichten: Gesetzlich vorgeschriebene Jahresabschlussprüfung unabhängig von der Unternehmensgröße
Die BSC eignet sich für umfangreiche Geschäftstätigkeiten, verursacht jedoch höhere Kosten und einen deutlich höheren Compliance-Aufwand, als die meisten türkischen KMU benötigen.
Zweigniederlassung
Ausländische Unternehmen können in Bahrain Zweigniederlassungen errichten, ohne eine eigene Rechtspersönlichkeit zu gründen:
Rechtsstatus: Erweiterung der Muttergesellschaft, keine eigenständige juristische Person
Haftung: Die Muttergesellschaft haftet vollumfänglich für alle Verbindlichkeiten der Zweigniederlassung
Kapitalanforderung: Keine festgelegt; operative Finanzierung erforderlich
Besteuerung: Gleiche Nullsteuerbehandlung wie bei lokalen Unternehmen
Tätigkeiten: Es dürfen dieselben Tätigkeiten wie die Muttergesellschaft ausgeübt werden
Eine Zweigniederlassung kann für türkische Unternehmen sinnvoll sein, die in Bahrain präsent sein möchten, ohne eine eigene Kapitalgesellschaft zu gründen. Die unbeschränkte Haftung und die fehlende Möglichkeit, die Geschäfte im Golfraum von den Risiken des türkischen Stammhauses abzuschotten, machen diese Struktur jedoch deutlich weniger attraktiv als Alternativen mit beschränkter Haftung.
Bahrain International Investment Park (BIIP)
Unternehmen mit Schwerpunkt Fertigung, Logistik oder industrielle Tätigkeiten können von einer BIIP-Registrierung profitieren:
Grundstückszugang: Pachtzugang zu Industrieland zu attraktiven Konditionen
Infrastruktur: sofort bezugsfertige Einrichtungen und Versorgungsanschlüsse
Zollvorteile: Vereinfachte Import- und Exportverfahren
Mindestinvestition: Variiert je nach Facility-Typ; in der Regel ab 50.000 BHD
Das BIIP eignet sich für türkische Hersteller, die regionale Produktions- oder Montagebetriebe aufbauen möchten. Die meisten dienstleistungsorientierten Unternehmer greifen jedoch lieber zu einer klassischen WLL-Struktur.
Holding-Strukturen
Türkische Unternehmer mit mehreren Geschäftsbereichen oder internationalen Tochtergesellschaften gründen daher häufig eine Holding in Bahrain, um die Eigentumsverhältnisse zentral zu bündeln:
Zulässige Tätigkeiten: Beteiligungen an Tochtergesellschaften, Erbringung von Konzerndienstleistungen, Halten von geistigem Eigentum
Steuereffizienz: Dividenden von Tochtergesellschaften werden steuerfrei vereinnahmt; keine Quellensteuer auf Ausschüttungen an die Gesellschafter
Substanzanforderungen: Es muss eine echte Managementpräsenz und Entscheidungsbefugnis vor Ort aufrechterhalten werden
Typische Struktur: Eine bahrainische Holdinggesellschaft hält operative Tochtergesellschaften in verschiedenen Jurisdiktionen.
Diese Struktur ermöglicht es türkischen Unternehmensgruppen, Gewinne aus verschiedenen Ländern über die Bahrain-Holdinggesellschaft zu bündeln, wo sie steuerfrei angesammelt werden, anstatt sie unmittelbar in die Türkei zu repatriieren, wo sie sofort besteuert würden. Bitte beachten Sie die deutschen Regelungen zur Hinzurechnungsbesteuerung (CFC/Außensteuergesetz) und die Notwendigkeit einer individuellen Prüfung der steuerlichen Ansässigkeit des Investors.
Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Gründung Ihres Unternehmens in Bahrain
Der Gründungsprozess gliedert sich in mehrere klar definierte Phasen, die jeweils spezifische Dokumentationsanforderungen und Zeitvorgaben mit sich bringen. Wer diese Reihenfolge kennt, kann als türkischer Unternehmer realistisch planen und unnötige Verzögerungen vermeiden.
Phase 1: Namensreservierung und Tätigkeitsauswahl (Tag 1–3)
Auswahl Ihres Firmennamens
Das Ministerium für Industrie und Handel (MOICT) in Bahrain hat strenge Namensregeln, die für die Registrierung entscheidend sind:
Namen müssen im Handelsregister Bahrains eindeutig sein
Arabische Namen sind vorgeschrieben (englische Transliterationen sind zulässig)
Namen dürfen keine staatliche Nähe suggerieren oder über die tatsächliche Geschäftstätigkeit irreführen
Bestimmte Begriffe erfordern eine Sondergenehmigung (z. B. „National“, „Gulf“, „Islamic“)
Geben Sie drei Namensvorschläge in der gewünschten Reihenfolge über das Sijilat-Onlineportal ein. Das MOIC bestätigt die Verfügbarkeit in der Regel innerhalb von 24–48 Stunden. Reservierte Namen bleiben 30 Tage gültig, bis die Firmengründung abgeschlossen ist.
Ermittlung der Geschäftstätigkeiten
Bahrain arbeitet mit standardisierten Aktivitätscodes (ISIC-Klassifikationen), um die zulässigen Geschäftstätigkeiten festzulegen. Ihre Registrierung muss die passenden Codes für die geplanten Aktivitäten enthalten:
Internationaler Handel und E-Commerce
Managementberatung und professionelle Dienstleistungen
Softwareentwicklung und IT-Dienstleistungen
Regionale Holdinggesellschaften
Import- und Exportaktivitäten
Die Wahl zu eng gefasster Tätigkeitscodes schränkt die künftige operative Flexibilität erheblich ein. Arbeiten Sie mit Ihrem Gründungsberater zusammen, um sicherzustellen, dass die ausgewählten Tätigkeiten sowohl Ihre unmittelbaren Pläne als auch mögliche Erweiterungen abdecken.
Phase 2: Dokumentenvorbereitung (Tag 4–10)
Türkische Unternehmer müssen für die Registrierung in Bahrain mehrere Dokumente zusammenstellen und beglaubigen lassen:
Aus der Türkei:
Reisepasskopien (notariell beglaubigt, anschließend über türkische Behörden apostilliert)
Adressnachweis (Strom- oder Telefonrechnungen bzw. Kontoauszüge, apostilliert)
Bankreferenzschreiben türkischer Banken (aktuell, aus denen hervorgeht, dass die Geschäftsbeziehung einwandfrei ist)
Gesellschaftsdokumente, falls ein türkisches Unternehmen als Gesellschafter auftritt (Handelsregisterauszüge, Ermächtigungsbeschlüsse, apostilliert)
Für den Bahrain-Antrag:
Memorandum of Association (Gründungsdokument zur Errichtung der Gesellschaft)
Gesellschaftsvertrag (Betriebsregelungen und Governance-Vorgaben)
Identitätsnachweise für Gesellschafter und Geschäftsführer
Mietvertrag für das Registered Office oder Vertrag für ein virtuelles Büro
Nachweis der Einzahlung des Stammkapitals
Dokumente aus der Türkei müssen für die Anerkennung in Bahrain mit einer Apostille versehen werden. Das Apostille-Verfahren dauert bei türkischen Behörden in der Regel 3–5 Werktage und sollte frühzeitig gestartet werden, damit sich der Registrierungsprozess nicht verzögert.
Phase 3: Kapitalbeschaffung (Tage 5–12)
Bahrain verlangt von ausländisch geführten Unternehmen die Hinterlegung eines Mindeststammkapitals, bevor die Registrierung abgeschlossen werden kann. Bei einer WLL mit 100 % ausländischer Beteiligung muss die Einlage von BHD 1 (wir empfehlen BHD 1.000) wie folgt nachgewiesen werden:
Bankbestätigung über die Einzahlung auf ein bahrainisches Bankkonto
Alternativ: Sperrkonto bis zur vollständigen Registrierung
Einige Strukturen erlauben eine teilweise Ersteinzahlung mit zugesagtem Restbetrag
Praktische Hinweise für türkische Unternehmer:
Die Eröffnung eines Bankkontos in Bahrain vor der Firmengründung erzeugt ein klassisches Henne-Ei-Problem – Banken wollen bereits eingetragene Gesellschaften sehen, während die Eintragung wiederum einen Kapitalnachweis erfordert. Mögliche Lösungen:
Konten vor der Gründung: Bestimmte Banken in Bahrain bieten bereits während der Gründungsphase Konten an und geben die Mittel nach erfolgter Registrierung frei
Treuhandvereinbarungen: Corporate Service Provider unterhalten Treuhandkonten, auf denen die Stammeinlage bis zur Eintragung der Gesellschaft hinterlegt wird
Gestaffeltes Kapital: Bei manchen Konstellationen genügt der Nachweis der Kapitalzusage per Undertaking Letter statt einer sofortigen vollständigen Einzahlung
Aufgrund der BDDK-Beschränkungen für Devisengeschäfte türkischer Residenten ist eine sorgfältige Planung der Kapitalverlagerung unerlässlich. Lassen Sie sich von türkischen Steuer- und Bankberatern über compliant Möglichkeiten beraten, wie Gründungsmittel regelkonform nach Bahrain transferiert werden können.
Phase 4: Sijilat-Einreichung und MOIC-Prüfung (Tage 10–18)
Das Sijilat-System Bahrains ermöglicht die Online-Registrierung neuer Unternehmen. Zur Antragstellung sind erforderlich:
Ausgefüllte Antragsformulare
Hochgeladene Nachweisdokumente (apostilliert und bei Bedarf übersetzt)
Auswahl der Aktivitätscodes
Erklärungen der Gesellschafter und Geschäftsführer
Angaben zum eingetragenen Sitz
Nachweis der Kapitaleinzahlung
Das MOICT prüft die Unterlagen auf Vollständigkeit und Einhaltung der Vorgaben. Unkomplizierte Anträge werden in der Regel innerhalb von 5–7 Werktagen genehmigt. Komplexe Strukturen, ungewöhnliche Geschäftstätigkeiten oder fehlende Unterlagen können Rückfragen auslösen und den Prozess entsprechend verlängern.
Nach der Genehmigung erteilt das MOIC eine Commercial Registration (CR)-Nummer – die zentrale Geschäftsidentifikationsnummer Ihres Unternehmens für alle weiteren Schritte.
Phase 5: Compliance nach der Registrierung (Tage 18–30)
Die Handelsregistereintragung (CR) ist erst der Anfang, nicht das Ende des Gründungsprozesses. Neue Unternehmen müssen noch mehrere weitere Schritte abschließen:
CR-Urkunde abholen
Die physische CR-Urkunde kann bei den MOIC-Büros abgeholt oder per Kurier zugestellt werden. Digitale Zertifikate sind über das Sijilat-Portal abrufbar.
Steuerliche Registrierung beim National Bureau for Revenue (NBR)
Unternehmen, die die Umsatzschwellenwerte überschreiten, müssen sich innerhalb von 30 Tagen nach Überschreiten von BHD 37.500 an steuerpflichtigen Umsätzen für die Mehrwertsteuer registrieren. Auch Unternehmen unterhalb der Schwelle registrieren sich häufig freiwillig, um Vorsteuerabzüge geltend zu machen.
Sozialversicherungsregistrierung (SIO)
Unternehmen, die bahrainische Staatsangehörige oder GCC-Bürger beschäftigen, müssen sich bei der Sozialversicherungsorganisation registrieren und Beiträge für diese leisten.
Anmeldung beim örtlichen Ordnungsamt
Für physische Büroräume ist eine Anmeldung beim zuständigen Ordnungsamt erforderlich. Bei virtuellen Bürolösungen entfällt diese in vielen Fällen.
Aktivierung des Bankkontos
Umwandlung der vor der Gründung getroffenen Bankvereinbarungen in vollwertige Geschäftskonten. Bahrainische Banken führen bei neuen Firmenkonten – insbesondere bei ausländisch beherrschten Gesellschaften – eine erweiterte Due-Diligence-Prüfung durch. Hierfür sind erforderlich:
Detaillierte Geschäftspläne
Nachweis der Mittelherkunft
Erklärungen zum wirtschaftlich Berechtigten
Erwartete Transaktionsprofile
Rechnen Sie mit 2–3 Wochen für die Aktivierung des Bankkontos – eine realistische Zeitspanne unter den derzeitigen Compliance-Anforderungen.
Realistischer Zeitplan – Zusammenfassung
Phase
Dauer
Wesentliche Abhängigkeiten
|-------|----------|------------------|
Namensreservierung
2–3 Tage
Namensverfügbarkeit
Dokumentenvorbereitung
5-7 Tage
Apostille-Bearbeitung in der Türkei
Kapitalbeschaffung
5–10 Tage
Bankverfahren
MOIC-Prüfung
5–8 Tage
Vollständigkeit des Antrags
Nach der Registrierung
10–14 Tage
Eröffnung eines Bankkontos
Gesamt
27–42 Tage
Verschiedene Faktoren
Die meisten türkischen Unternehmer schließen die vollständige Gründung – von der ersten Kontaktaufnahme bis zur betriebsbereiten Bankverbindung – innerhalb von 4–6 Wochen ab. Komplexe Strukturen oder Dokumentationsprobleme können diesen Zeitraum auf 8–10 Wochen verlängern.
Kosten der Unternehmensgründung in Bahrain für türkische Investoren
Transparenz bei den Kosten hilft türkischen Unternehmern, realistisch zu budgetieren und unliebsame Überraschungen im Gründungsprozess zu vermeiden.
Behördengebühren
Gebührenkategorie
Betrag (BHD)
Betrag (USD)
|--------------|--------------|--------------|
Commercial Registration (CR)
100–300 BHD
265–800 BHD
Aktivitätslizenzierung
50–200 pro Aktivität
130–530
Namensreservierung
10
27
Establishment Card (Einwanderung)
12
32
Kommunale Registrierung
20-100
53-265
Gesamte staatliche Gebühren
192-622
507-1.654
Die staatlichen Gebühren bleiben im Vergleich zu den Gründungskosten in vielen konkurrierenden Rechtsordnungen moderat. Die Höhe variiert vor allem je nach Geschäftsaktivitäten – regulierte Branchen verursachen höhere Lizenzgebühren als der allgemeine Handel oder Dienstleistungen.
Honorar für professionelle Dienstleistungen
Dienstleistung
Übliche Bandbreite (USD)
|---------|---------------------|
Vollständiges Gründungspaket (Standard-WLL)
3.500-6.500
Eingetragener Firmensitz (jährlich)
1.500–4.000 BHD
Dienstleistung ansässiger Direktor (falls erforderlich)
3.000–6.000 jährlich
Unterstützung bei der Eröffnung eines Bankkontos
1.000–2.500
Erstellung und Prüfung rechtlicher Dokumente
1.500-3.500
PRO-Dienstleistungen (Behördenkontakt)
500–1.500 USD
Gesamthonorare (Jahr 1)
11.000–24.000
Die großen Preisspannen spiegeln Qualitäts- und Leistungsunterschiede zwischen den Anbietern wider. Günstige Pakete sparen häufig bei der Dokumentenprüfung oder der Betreuung nach der Gründung. Premium-Anbieter liefern umfassende Beratung, schnelle Rückmeldungen und aktive Unterstützung bei auftretenden Problemen.
Das Kapitalerfordernis von BHD 1 (wir empfehlen BHD 1.000) stellt die größte finanzielle Hürde für türkische Unternehmer dar. Es handelt sich nicht um versunkene Kosten – das Geld wird zum Betriebskapital Ihrer Bahrain-Gesellschaft –, erfordert aber, dass der Betrag vorab verfügbar ist.
Laufende Jahreskosten
Position
Jährliche Kosten (USD)
|------|-------------------|
Erneuerung der Handelsregistereintragung (CR)
300-800
Eingetragener Firmensitz
1.500-4.000
Buchhaltung und Rechnungswesen
2.500-6.000
Prüfungskosten (falls erforderlich)
2.000-5.000
Umsatzsteuer-Compliance
1.000–2.500
Unterhaltung der Corporate Governance
500–1.500
Gesamte jährliche Instandhaltung
7.800–19.800
Diese laufenden Kosten schneiden im Vergleich zur Unterhaltung ähnlicher Strukturen in VAE-Freizonen, Singapur oder Hongkong sehr gut ab – und bieten gleichzeitig den Nullsteuervorteil, den diese Standorte nicht haben.
Gesamtbudget erstes Jahr
Ein türkischer Unternehmer, der eine reguläre ausländisch geführte WLL in Bahrain gründet, sollte folgendes Budget einplanen:
Behördengebühren: ca. 1.000 BHD
Professionelle Gebühren: ca. 15.000 USD (Mittelklasse)
Kapitalanforderung: ca. 133.000 USD (wird zu Betriebskapital)
Rückstellung (10 %): ca. 1.600 $
Gesamter Bedarf im ersten Jahr: ca. 150.600 USD
Abgesehen von der Kapitaleinzahlung (die im Gesellschaftsvermögen verbleibt), liegen die tatsächlichen Gründungskosten aus eigener Tasche für eine ordnungsgemäß strukturierte Gesellschaft mit professioneller Begleitung typischerweise bei 15.000–25.000 USD.
Banklösungen für türkische Unternehmer in Bahrain
Die Eröffnung und Führung von Bankkonten gehört zu den kritischsten – und mitunter schwierigsten – Aspekten bei der Etablierung von Aktivitäten in Bahrain. Türkische Unternehmer müssen dabei besondere Aspekte berücksichtigen, die sich aus der Währungssituation und dem regulatorischen Umfeld ihres Heimatlandes ergeben.
Wichtige Bankverbindungen
Bahrain verfügt über zahlreiche Banken, die sich für Geschäftskonten eignen und jeweils unterschiedliche Stärken aufweisen:
National Bank of Bahrain (NBB)
Die größte einheimische Bank bietet umfassende Firmenkunden-Dienstleistungen und verfügt über exzellente lokale Beziehungen. Die NBB kennt die regionalen Geschäftspraktiken genau und gewährleistet eine schnelle und effiziente Abwicklung von Inlandszahlungen.
Ahli United Bank (AUB)
Eine führende regionale Bank mit Geschäftsaktivitäten in allen GCC-Staaten. Die AUB eignet sich besonders für Unternehmer mit mehreren Standorten im Golfraum, die eine konsolidierte Bankbeziehung wünschen.
Bank ABC
Die ehemals Arab Banking Corporation (heute Bank ABC) ist auf Handelsfinanzierung und internationale Transaktionen spezialisiert – besonders relevant für türkische Unternehmen mit Fokus auf Import/Export oder grenzüberschreitende Dienstleistungen.
Bank of Bahrain and Kuwait (BBK)
Starke Präsenz im Privat- und Firmenkundengeschäft mit wachsender Bereitschaft zur Betreuung von KMU. Die BBK bietet häufig flexiblere Kontoeröffnungsverfahren als größere internationale Wettbewerber.
Internationale Banken (HSBC, Standard Chartered, Citi)
Globale Banken mit Niederlassung in Bahrain wenden internationale Compliance-Standards an und bieten nahtlose Anbindung an weltweite Banknetzwerke. Ihre risikoscheuen Onboarding-Prozesse führen jedoch häufig zu längeren Kontoeröffnungszeiten.
Gesellschafterbeschluss zur Genehmigung der Kontoeröffnung
Identifikationsdokumente des Zeichnungsberechtigten
Nachweis der eingetragenen Geschäftsanschrift
Detaillierter Geschäftsplan mit Beschreibung der geplanten Aktivitäten, der erwarteten Transaktionsvolumina und des geografischen Tätigkeitsbereichs
Nachweis der Mittelherkunft (besonders wichtig für das Anfangskapital)
Identifizierung des wirtschaftlich Berechtigten
Türkeispezifische Dokumentationsanforderungen
Banken verlangen bei Anträgen türkischer Unternehmer in der Regel folgende zusätzlichen Unterlagen:
Erläuterung der geschäftlichen Notwendigkeit einer Präsenz in Bahrain
Finanzberichte des türkischen Unternehmens (falls der Gesellschafter eine juristische Person ist)
Persönliche Steuererklärungen oder Vermögensausweise
Nachweis einer legitimen Geschäftshistorie in der Türkei
Referenzen türkischer Banken
Diese erhöhte Prüftiefe ist Ausdruck der allgemeinen Compliance-Vorsicht gegenüber Unternehmern aus Schwellenländern und hat nichts mit spezifischen Bedenken gegenüber der Türkei zu tun. Geduld und eine sorgfältig vorbereitete Dokumentation erleichtern den Ablauf erheblich.
Vorteile eines Multiwährungskontos
Bahrainische Banken bieten regelmäßig Konten an, auf denen mehrere Währungen – USD, EUR, GBP, BHD und weitere – innerhalb einer einzigen Geschäftsbeziehung geführt werden können. Für türkische Unternehmer ergeben sich daraus entscheidende Vorteile:
Kundenzahlungen in den ursprünglichen Währungen empfangen ohne Zwangsumrechnung
Reserven in stabilen Währungen halten – geschützt vor TRY-Schwankungen
Internationale Lieferanten direkt bezahlen – ohne Umweg über türkische Banken
Wandeln Sie Währungen strategisch um, anstatt dies unmittelbar nach Erhalt zu tun
Ein türkischer E-Commerce-Unternehmer beschrieb die Eröffnung seines Bahrain-USD-Kontos mit den Worten: „Endlich habe ich wieder die Kontrolle über mein eigenes Geld.“ Seine Erlöse vom europäischen Marktplatz sammeln sich nun in Dollar an und werden nur bei Bedarf für konkrete Zwecke umgerechnet.
Korrespondenzbank-Beziehungen
Bahrainische Banken unterhalten Korrespondenzbeziehungen mit den großen internationalen Instituten und ermöglichen so zuverlässige weltweite Überweisungen. Zahlungen in bestimmte Länder – darunter solche, die internationalen Sanktionen unterliegen – sind jedoch eingeschränkt.
Türkische Unternehmer sollten prüfen, ob das Korrespondenznetzwerk ihrer Bank in Bahrain Folgendes unterstützt:
Zahlungseingänge aus Ihren wichtigsten Absatzmärkten
Zahlungen an Ihre Lieferantenstandorte
Überweisung von Mitteln in die Türkei bei Bedarf (vorbehaltlich türkischer Vorschriften)
Anbindung an internationale Zahlungsplattformen (Wise, PayPal Merchant, Stripe, soweit verfügbar)
Digitale Banking-Alternativen
Das fintech-freundliche Regulierungsumfeld Bahrains hat digitale Bankanbieter angezogen, die Konten mit stark vereinfachtem Onboarding anbieten:
Rain (kryptofokussiert, baut aber traditionelle Dienstleistungen aus)
Tarabut Gateway (Open-Banking-Plattform)
Verschiedene Neobanken-Initiativen im CBB-Sandbox-Rahmen
Auch wenn diese Alternativen eine schnellere Kontoeröffnung ermöglichen können, stellen die meisten türkischen Unternehmer fest, dass traditionelle Bankkonten die erforderliche Glaubwürdigkeit für wichtige Geschäftsbeziehungen bieten.
Häufig gestellte Fragen: Türkische Investoren in Bahrain
Kann ich eine Gesellschaft in Bahrain vollständig aus der Türkei heraus remote gründen?
Ja, eine physische Präsenz in Bahrain ist für die Unternehmensgründung nicht erforderlich. Der gesamte Prozess – von der Einreichung der Dokumente bis zur Handelsregistrierung (CR) – kann remote abgeschlossen werden. Die Eröffnung eines Bankkontos erfordert jedoch in der Regel mindestens eine Reise nach Bahrain zur persönlichen Verifizierung, obwohl einige Banken für bestimmte Kontotypen eine Video-KYC durchführen.
Brauche ich einen bahrainischen Partner oder Sponsor?
Nein. Bahrain erlaubt in den meisten Branchen eine 100-prozentige ausländische Eigentümerschaft an Unternehmen, ohne dass lokale Partner, Sponsoren oder Gesellschafter erforderlich sind. Damit unterscheidet sich Bahrain von früheren Regelungen in einigen anderen Golfstaaten.
Bei bestimmten regulierten Tätigkeiten (Bankwesen, Versicherungen, Medien) können abweichende Eigentumsregelungen gelten. Für normale Handels- und Dienstleistungsunternehmen besteht jedoch keine Pflicht zur lokalen Beteiligung.
Wie wirkt sich die Nullsteuer in Bahrain auf meine türkischen Steuerpflichten aus?
Türkische Steuerinländer unterliegen weiterhin der weltweiten Einkommensteuer in der Türkei. Ordnungsgemäß strukturierte Bahrain-Gesellschaften können jedoch auf folgendem Weg eine legitime Steueroptimierung ermöglichen:
Aufschub der türkischen Besteuerung bis zur Repatriierung der Gewinne
Verringerung der türkischen steuerpflichtigen Bemessungsgrundlage durch Verlagerung tatsächlich wertschöpfender Aktivitäten nach Bahrain
Mögliche Vorteile aus dem Doppelbesteuerungsabkommen zwischen der Türkei und Bahrain
Die türkischen CFC-Regeln (Controlled Foreign Corporation) erfordern eine sorgfältige Prüfung. Falls Ihre Bahrain-Gesellschaft nach türkischem Recht als „niedrig besteuerte beherrschte ausländische Gesellschaft“ gilt, können die Gewinne Ihnen unabhängig von einer tatsächlichen Ausschüttung für türkische Steuerzwecke zugerechnet werden. Eine professionelle Beratung durch einen türkischen Steuerexperten ist vor der Umsetzung einer solchen Struktur unerlässlich.
Welche Geschäftstätigkeiten kann ich von Bahrain aus ausüben?
Bahrain erlaubt praktisch alle rechtmäßigen Geschäftstätigkeiten, darunter:
Internationaler Handel und E-Commerce
Softwareentwicklung und IT-Dienstleistungen
Managementberatung und sonstige professionelle Dienstleistungen
Regionale Holdinggesellschaften
Logistik und Supply-Chain-Management
Fertigung (mit BIIP-Registrierung)
Finanzdienstleistungen (mit CBB-Lizenz)
Einige Tätigkeiten erfordern spezielle Lizenzen oder behördliche Genehmigungen, doch das allgemeine Umfeld lässt die meisten Geschäftsmodelle zu, die türkische Unternehmer üblicherweise verfolgen.
Wie schnell kann ich eine voll funktionsfähige Gesellschaft haben?
Vom ersten Kontakt bis zur Eröffnung des operativen Bankkontos sollten Sie bei unkomplizierten Strukturen mit 6–10 Wochen rechnen. Der Zeitplan gliedert sich etwa wie folgt:
Dokumentenvorbereitung und -einreichung: 2–3 Wochen
Kostenlose Beratung · Antwort innerhalb von 5 Minuten in den Geschäftszeiten
Bereit, von der Türkei aus in Bahrain ein Unternehmen zu gründen?
Schildern Sie uns Ihre Geschäftsidee. Wir ermitteln die passende Rechtsform, Eigentümerstruktur und den Zeitplan – und übernehmen die gesamte Einreichung, während Sie sich auf das Wesentliche konzentrieren.